Hamburg 20095
Ort
Café Liebermann, Klingersaal und Rotunde
Mit »SKULPTURAL. Die neuen Galerien« präsentiert die Hamburger Kunsthalle erstmals umfassend ihre Skulpturensammlung und das in einer medien- und epochenübergreifenden Schau: Auf 1.500 m² entfaltet sich ein Parcours mit fast 1.000 großen und kleinen Skulpturen, Reliefs, Gemälden, Grafiken, Fotografien, Raum- und Videoinstallationen aus 2.500 Jahren Bildgeschichte in überraschenden Gegenüberstellungen – von der Antike bis zur Gegenwart, von der zweiten zur dritten Dimension, von Miniatur bis monumental.
Ein besonderer Fokus gilt dem neu entdeckten Sammlungsschatz: den Kleinstskulpturen – »sculptures en miniature«, wie sie der erste Direktor Alfred Lichtwark nannte. Rund 650 Spitzenwerke der Münz-, Medaillen- und Reliefkunst aus Gold, Silber und Bronze sind Teil der Schau. Diese Neuentdeckungen begegnen Meisterwerken aller Medien, so den überlebensgroßen Plastiken von Auguste Rodin oder Aristide Maillol, den Reliefs von Käthe Kollwitz oder Skulpturen von Elena Luksch-Makovsky. Antike Porträts treten in Dialog mit zeitgenössischer Fotografie, Tierplastiken von Edgar Degas begegnen zeitgenössischen Videoarbeiten, klassizistische Idealfiguren treffen auf Körperabgüssen der Pop-Art. Diese Begegnungen finden in modernisierten und umfassend gestalteten neuen Skulpturengalerien statt.
Die Präsentation baut auf dem Forschungsprojekt »Von der zweiten zur dritten Dimension« auf, in dem rund 6.000 Münzen, Medaillen und Plaketten erstmals gesichtet, restauriert, digitalisiert und in ihren Kontexten erforscht werden. Damit wird der Bestand der Skulpturensammlung der Hamburger Kunsthalle um eine Vielzahl von Objekten von der Antike bis in die Moderne ergänzt. Zur Eröffnung werden erstmals ausgewählte Münzen, Medaillen und Plaketten über die Sammlung Online der Kunsthalle und im Portal ikmk (Interaktive Kataloge der Münzkabinette) öffentlich zugänglich.
Ermöglicht werden Erforschung und Präsentation durch die Dorit & Alexander Otto Stiftung, die erneut als maßgebliche Förderin wirkt. Zu den weiteren Kooperationspartner*innen zählen u. a. das Musée d’Orsay, Paris, die Universität Hamburg und die Staatlichen Museen zu Berlin.
- Künstler*innen (Auswahl)
Marina Abramović, Lawrence Alma-Tadema, Eleanor Antin, Hans Arp, Arnold Böcklin, Constantin Brancusi, François-Rupert Carabin, Jean Baptiste Carpeaux, Giovanni Cavino, Jules-Clément Chaplain, Alexandre Charpentier, Pierre Jean David d’Angers, Sebastian Dadler, Edgar Degas, Jean-Baptiste-Daniel Dupuis, Julius von Ehren, James Ensor, August Gaul, Alberto Giacometti, Julio González, Henri Charles Guérard, Mona Hatoum, Armand Francois-Joseph Henrion, Johann Georg Hinz, Max Klinger, Wilhelm Lehmbruck, Daniel Friedrich Loos und Friedrich Wilhelm Loos, Fernand Khnopff, Käthe Kollwitz, Henri Laurens, Alphonse Eugène Lechevrel, Elena Luksch-Makowsky, Aristide Maillol, Ewald Mataré, Henri Matisse, Adolph Menzel, Franz Xaver Messerschmidt, Olaf Metzel, Bruce Nauman, Anne-Marie Carl-Nielsen, Laure Prouvost, Victor Peter, Antonio Pisano (gen. Pisanello), Pablo Picasso, Hubert Ponscarme, Hans Reinhart d. Ä., Jean Désiré Ringel d'Illzach, Auguste Rodin, Oscar Roty, Thomas Ruff, Johann Gottfried Schadow, Anton Scharff, George Segal, Adriaen Valck u. a.
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Der außergewöhnliche Sammlungsschatz von filigranen, aus Gold, Silber und Bronze geprägten, gegossenen und Kleinstskulpturen umfasst ausgewählte Spitzenwerke der Münz-, Medaillen- und Reliefkunst aus Antike, Renaissance, Barock, Impressionismus, Jugendstil und Moderne. Damit wird die bislang 800 Jahre fokussierende Sammlung des Museums um entscheidende Jahrhunderte grundlegend erweitert. In der Präsentation wird der Skulpturenbestand in seiner ganzen Vielfalt sichtbar – überraschend, vielstimmig und sinnlich erfahrbar. Zu verschiedenen Themen, wie z. B. den Orten der Kunst, zu Gesicht, Gefühl, Gestik in Porträt und Maske, eröffnen die skulpturalen Formen Spielfelder zwischen Dimensionen und Zeiten.
Der Rundgang erstreckt sich vom klassizistischen Säulensaal, einem architektonisch prunkvollen Zeichen der frühen Antikenrezeption des Museums, bis in die Rotunde, wo ein großes ortsbezogenes zeitgenössisches Auftragswerk den Parcours schließt.
Die Präsentation erfolgt in neuartigen Entdecker-Vitrinen, die in Anlehnung an historisch wegweisende, vom ersten Direktor der Kunsthalle selbst entworfenen Vorbilder die Tradition des Hauses aufgreifen sowie die aktuell höchsten Standards erfüllen und teils zudem mit interaktiven Devices ausgestattet sind. Spitzenleihgaben aus dem Pariser Musée d’Orsay und europäischen Privatsammlungen bereichern dabei die neuen Galerien.
- Kooperationen & Förderung
Ermöglicht wird sowohl das umfassende Forschungsprojekt zu den Kleinstskulpturen als auch die Modernisierung der Räume und Präsentationsformen sowie die darauf aufbauende Ausstellungspräsentation mit einer Summe von insgesamt 4 Millionen Euro durch die Dorit & Alexander Otto Stiftung, die bereits 2014–2016 die umfassende Modernisierung der Kunsthalle unterstützt hat.
Kooperationspartner:
• Universität Hamburg, Institut für Archäologie und Kulturgeschichte des antiken Mittelmeerraums
• Staatliche Museen zu Berlin, Portal ikmk.net
• Musée d’Orsay, Paris
Kuratorin, Leiterin Sammlung und Forschungsprojekt
- Dr. Annabelle Görgen-Lammers
Assistenzkuratorin, Projektkoordinatorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin
- Ann-Kathrin Hubrich
Wissenschaftlicher Mitarbeiter Numismatik
- Patrik Pohl
Produktionsmanagerin und Projektassistentin
- Petra Bassen
Studentische Mitarbeit
- Tessa Scheunert und Dana Zacharias
Ermöglicht durch
Mit außergewöhnlicher Unterstützung des Musée d’Orsay
Gefördert von
In Kooperation mit